Die Innerschweiz war in ihrer natürlichen Vielgestaltigkeit, mit ihren Traditionen und reichem Brauchtum, mit Verschiedenartigkeit in Dialekten und Trachten schon in früher Zeit ein guter Boden für die Pflege des volkstümlichen Brauchtums. So war das Bedürfnis nach einer eigenen Vereinigung schon viele Jahre vor der Gründung des ZSJV vorhanden. Die an verschiedenen Schwingeranlässen, besonders an den seit 1893 regelmässig durchgeführten Innerschweizerischen Schwing- und Älplerfesten, jeweils gleichzeitig konkurrierenden Alphornbläser, Fahnenschwinger und Jodler drängten immer mehr auf einen Zusammenschluss. Nach und nach wurden Jodlerklubs gegründet. Am 19. November 1922 wurde in Malters ein Jodlerkonzert veranstaltet. Die 18 anwesenden Jodler, Fahnenschwinger und Alphornbläser nahmen dieses Konzert zum Anlass, die "Luzerner Jodler-, Fahnenschwinger und Alphornbläservereinigung" zu gründen. Der Initiant, Friedrich Renggli, Horw, wurde zum Präsidenten gewählt. Im Gründungsjahr wurden Statuten ausgearbeitet und der Beitritt zur Schweizerischen Jodlervereinigung beschlossen.
Der Jodlerklub "Echo vom Pilatus" Hergiswil trat 1924 als erster Klub der jungen Vereinigung bei, die zu diesem Zeitpunkt noch einige Mühe in ihrer Entfaltung hatte. 1925 wurde der Vorstand neu bestellt und Eduard Blättler, Hergiswil zum Präsidenten gewählt. Nach mehreren Namensänderungen wurde die Vereinigung im Jahre 1931 endgültig in Zentralschweizerischer Jodlerverband umbenannt. Zehn Jahre nach der Gründung zählte der ZSJV 18 Jodlerklubs und 325 Gruppen- und Einzelmitglieder. Der ZSJV führte regelmässig seine Verbandsjodlerfeste durch. Im Verbandsgebiet wurden auch mehrere Eigenössische Jodlerfeste organisiert. Gleich dreimal wurde ein Eidgenössisches in Luzern durchgeführt, nämlich 1927, 1946 und 1962, weiter fand im Jahre 1978 das Eidgenössische in Schwyz und 1993 in Sarnen statt. Im Jahre 1972 feierte der Verband sein 50-jähriges Jubiläum, aus dessen Anlass die Stadtluzerische Jodlervereinigung das Jubiläums-Jodlerfest in Luzern durchführte. Die erste Verbandsfahne durfte 1973 am Jodlerfest in Ruswil entrollt werden.
Was 1922 klein aber bestimmt begann, wuchs im Laufe der Jahre kontinuierlich zu einer aktiven und kreativen Bewegung heran. Der Mitgliederbestand nahm stetig zu. Als im Jahre 1997 das 75-jährige Jubiläum gefeiert werden durfte, zählte der Verband 134 Jodlergruppen und 4806 Einzelmitglieder. Anlässlich dieses Jubiläums, das in einem würdigen Rahmen in Hergiswil NW gefeiert wurde, konnte auch eine neue Verbandsfahne geweiht werden. Ebenso erschien aus Anlass des 75. Geburtstages des ZSJV das interessante und reich illustrierte Jubiläumsbuch, das einen vielfältigen Querschnitt durch die Verbandsgeschichte zeigt.
Der ZSJV legt seit vielen Jahren grossen Wert auf ein gutes Kursangebot. Die kontinuierliche Weiterbildung von Jodlinnen und Jodlern, Dirigenten, Jurorinnen und Juroren, Alphornbläserinnen, Alphornbläsern und Fahnenschwingern trägt auch seine Früchte. So darf an den Jodlerfesten jeweils ein hohes Niveau der Darbietungen festgestellt werden. Ebenso ist man im ZSJV bestrebt, den Nachwuchs zu fördern. Es entstehen immer mehr Kinderjodlerchöre, von denen sich einige beim Schweizerischen Nachwuchsjodler-Wettbewerb oder an Jodlerfestauftritten bereits einen Namen gemacht haben. Aber auch in den Jodlerklubs, bei den Alphornbläsern und Fahnenschwingern in ländlichen Gebieten muss man sich um den Nachwuchs nicht sorgen. Viele junge Gesichter sind an Jodlerfesten, Konzerten und andern Brauchtumsanlässen anzutreffen. Das beweist, dass das, was unsere Vorfahren vor 83 Jahren begründet haben, auch in Zukunft seinen Fortbestand haben wird.
Sie besuchen zsjv.ch als...