93. Delegiertenversammlung in Schüpfheim/LU

Bei strahlendem Sonnenschein reisten 645 Delegierte und Gäste im entlebuchischen Schüpfheim an, um an der 93. Delegiertenversammlung des Zentralschweizerischen Jodlerverbandes teilzunehmen.

Eindrückliche Hallengrösse mit Top-Infrastruktur

Eindrückliche Hallengrösse mit Top-Infrastruktur (Bild: Joel von Moos)

Heimatliche Alphornklänge der Alphorngruppe Amt Entlebuch stimmten die Delegierten auf eine speditive, doch gemütliche Delegiertenversammlung in der festlich hergerichteten Sporthalle Moosmättili ein. „Das gröschti Buch – Mis Äntlibuch“ von Hermann Studer, veranlasste auch ZSJV-Präsident Richard Huwiler dazu, die Jodlerschar im „grössten Buch der Welt“ zu begrüssen. Sogleich lud der Präsident die Anwesenden zum Gesamtchor-Lied „am Morge“ von Franz Stadelmann ein. Dirigiert von Bernadette Roos und inbrünstig vorgetragen leitete der Gesamtchor nun den offiziellen Teil der Versammlung ein. „Das macht es eben aus, da ist Hühnerhaut garantiert“, meinte Richard Huwiler. Er durfte nebst namhaften Grössen der Jodlerszene, auch einige Gäste aus der Politik begrüssen. So waren Zentralpräsidentin Karin Niederberger, die Schüpfheimer Gemeindepräsidentin Margrith Thalmann, sowie Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger vor Ort.

OK Präsident Fabian Niklaus

OK Präsident Fabian Niklaus (Bild: Joel von Moos)

Zahlreiche Höhepunkte Spannende, wie auch vielfältige Erlebnisse präsentierte Richard Huwiler in seinem Jahresrückblick. So seien der Zentralschweizer Brauchtumssonntag auf dem Luga-Gelände, die Fernseh-Live-Sendung Alpenrose mit dem Jodlerduett „Schüpferi-Meitli“ aus Buochs, sowie das Nachwuchs-Weekend für die jüngere Jodler-Generation nennenswerte Höhepunkte. Auch das Zentralschweizerische Jodlerfest in Reiden, welches unter dem Motto „Härz, freu di“ über 60’000 Besucher begeistert hatte, sei prächtig und gelungen umgesetzt worden. Richard Huwiler dankte den Versammelten für das grosse Interesse am Verband und dessen Arbeit für das Schweizer Brauchtum und Volksgut, sowie allen Verbandsmitgliedern für die enorme Schaffenskraft, die „unser Brauchtum und das Kulturgut lebendig erhalten“.

Delegierte beim Gesamtchor

Delegierte beim Gesamtchor (Bild: Joel von Moos)

Rückgang bei Kompositionen

Peter Portmann, Stiftungsratspräsident der Robert Fellmann Stiftung, berichtete in seinem Jahresbericht über ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr des Robert Fellmann Liederverlags. Allerdings sei ein leichter Rückgang bei Kompositionen im Verlagsrecht festzustellen, was Portmann unter anderem auf das Fotokopieren von Partituren zurückführte. Des Weiteren sicherte Portmann zu, den EJV bei der Anschaffung des neuen SUISA Internet Tools zu unterstützen, womit eine noch bessere Anzahl von Rückmeldungen zu erreichen gesucht wird.

3 Tonnen Brot verzehrt

Fähnrich Toni Roos, Reiden mit Verbandsfahne

Fähnrich Toni Roos, Reiden mit Verbandsfahne (Bild: Joel von Moos)

Eindrückliche Zahlen zum Reidener Jodlerfest präsentierte indes OK-Präsident Hans Luternauer in seinem Rückblick auf die drei Festtage. So hätten sich 1900 Jodlerinnen und Jodler, 300 Alphorn- und Büchelbläser und 100 Fahnenschwinger den 60 Juroren gestellt. Erheitert war dann auch die Stimmung im Saal, als Luternauer die Zahlen der Festwirtschaft, die einen Umsatz von rund 1 Million Franken erwirtschaftet hatte, darlegte: So wurden unter anderem 3 Tonnen Brot und 13’000 Würste konsumiert.

Die Rechnung des ZSJV-Verbandes schloss ebenfalls erfolgreich ab und wurde einstimmig angenommen. Beim Budget für 2014 vermerkte Kassier Silvia Hafner das ausbleibende Zentralschweizerische Jodlerfest in diesem Jahr. Dem Budget wurde zugestimmt.

Höchster Schweizer ist begeistert

Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger, Romoos

Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger, Romoos (Bild: Joel von Moos)

Im Anschluss betrat Nationalsratspräsident Ruedi Lustenberger die Bühne. „Die, die mich kennen, wissen, dass ich den Jodelgesang und das Alphornblasen gerne höre. Ich habe Freude an den Fahnen mit dem weissen Kreuz im roten Feld, wenn sie in der Luft flattern“, begann er seine illustre Rede. Auch die Heimatverbundenheit, die das gelebte Brauchtum ausdrücke, sowie die alten Werte, die nun wieder modern geworden seien, erwähnte er mit Nachdruck. „Ihr habt die alten Werte nie vergessen, ihr habt sie stets gepflegt und erneuert“, richtete er seine Worte an die Jodlerschar.

Mutationen im Vorstand

Vorstands-Sekretär Röbi Wicki aus Horw trat nach zehn Jahren von seinem Amt im Vorstand zurück. „Da wo ich aufgewachsen bin, trete ich jetzt von meinem Amt zurück“, sagte der gebürtige Schüpfheimer sichtlich gerührt. Präsident Richard Huwiler dankte ihm für die grosse Arbeit, die er im Vorstand geleistet hat. Für ihn wurde Josef Iten aus Hägglingen einstimmig gewählt. Für Peter Suter übernahm Ursula Wicki neu das Amt des Rechnungsrevisors.

Fahnenschwinger im Davoser Zentrum

„Kameraden wollen wir sein, und einander vertrauen. Das ist das beste Fundament, da kann man gewiss drauf bauen“

Mit diesen Worten begann Zentralpräsidentin Karin Niederberger ihren Appell an die Jodler. Dieses Sprichwort sei auch auf den Verband anwendbar. „Ihr seid der Eidgenössische Jodlerverband“, meinte Niederberger, und dankte den Anwesenden für ihren Einsatz zugunsten der Jodlerei, sowie Richard Huwiler und dem gesamten Vorstand für ihre wertvolle Mitarbeit im EJV. Generalsekretär und Leiter der Geschäftsstelle EJF 2014 Ueli Walther übernahm das Wort und präsentierte eine Vorschau auf das Eidgenössische Jodlerfest in Davos. Was die Fahnenschwinger freuen dürfte, sei, dass für sie ein Lokal mitten im Jodlerdorf gefunden werden konnte. Das Fahnenschwingen wird also im Zentrum ausgetragen. Patricia Dahinden stellte die verschiedenen Kurse in der Sparte Jodeln vor. Neu werden die Dirigentenkurse koordiniert, sodass sich die Kursangebote künftig nicht mehr überschneiden. Toni Wigger lobte die gute und kompetente Führungsarbeit in der Sparte Alphorn, und sprach von einem „soliden und guten Niveau“ der Alphorn-Bläser. Auch für die Fahnenschwinger sei es ein erfolgreiches Jahr gewesen. Besonders am Wanderpreis in Reiden seien beachtliche Leistungen erzielt worden, wie Walter von Matt berichtete.

Jodlerfest in Schüpfheim

Trägervereine 61. ZSJV Jodlerfest 2016 Schüpfheim (Bild: Joel von Moos)

Für die Durchführung der 94. Delegiertenversammlung wurde der Jodlerklub Lugisland Wollerau gewählt. Ein weiteres wichtiges Traktandum war die Vergabe des Zentralschweizerischen Jodlerfestes vom 24. bis 26. Juni 2016. Unter grossem Applaus wurde dem Jodlerklub Schüpfheim mit den Trägervereinen Flühli, Sörenberg und Fontanne-Chörli der Zuschlag erteilt. OK-Präsident Bruno Stalder dankte herzlich und gab einen Ausblick auf die Infrastruktur des Jodlerfests.

Zu neuen Ehrenmitgliedern des Verbands wurden der langjährige Vorstands-Sekretär Röbi Wicki aus Horw und der Alphornhornbläser, Komponist, Gesamtobmann und Jodlerklubdirigent Armin Imlig aus Goldau ernannt. Die Ernennungen erfolgten unter grossem Applaus.

Neue Ehrenmitglieder Röbi Wicki und Armin Imlig

Neue Ehrenmitglieder Röbi Wicki und Armin Imlig (Bild: Joel von Moos)

Präsident Richard Huwiler schloss die Delegiertenversammlung, indem er noch einmal die Leistungen des gesamten EJV in Erinnerung rief.

„Der Verband verkörpert einen grossen Teil der Schweizer Identität, die Pflege von Gesang und Kultur und von sozialen Netzwerken.“

Mit dem „Schwandhütte-Jutz“ von Söpp Zihlmann im Gesamtchor, dirigiert von Franz Markus Stadelmann, fand die Delegiertenversammlung einen würdigen Abschluss.

Feierliche Veteranenehrungen

Nach einem gemütlichen Bankett wurden am Abend in feierlicher Atmosphäre sieben Gruppen für 50 beziehungsweise 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt. 20 Mitglieder wurden für 50 Jahre Mitgliedschaft zu Ehrenveteraninnen und Ehrenveteranen geehrt. Weiteren 104 Verbandsmitgliedern, die seit 25 Jahren dem Verband angehören, wurde der Veteranenstatus anerkannt.

2014_Ausschreibung

Begrüssung – Entschuldigungen_8.ppt

Protokoll_DV_2014_Schüpfheim

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