EJV Jurykurs Jodelgesang in Luzern

Am Samstag, 24. Mai trafen sich die rund 70 Jurymitglieder Jodelgesang in der Messe Luzern zum Kurs und zur Vorbereitung auf das Eidgenössische Jodlerfest Davos. Organisiert wurde der Anlass von der Fachkommission Jodelgesang mit Präsidentin Kathrin Henkel.

Spannendes Referat

Der Präsident des ZSJV, Richard Huwiler verfolgte den Kurs während dem ganzen Tag und schreibt nachstehend über den interessanten Vormittag wie folgt:

Pünktlich um 9 Uhr konnte Kathrin Henkel als Fachkommissionspräsidenten Jodelgesang des EJV die grosse Anzahl Jodel-Jurymitglieder aus der ganzen Schweiz in der Stadt Luzern begrüssen. In den Gebäulichkeiten der Messe Luzern ertönte schon bald darauf das erste Gesamtchorlied des Eidgenössischen Jodlerfestes Davos, nämlich „E Hand voll Heimatärde“ von Hannes Fuhrer. Nach dem standesgemässen Auftakt des Jurytages übernahm die bestbekannte Jodlerin Nadja Räss das Zepter und begrüsste die Anwesenden mit einem waschechten „Muotithaler Naturjutz“. Es folgte ein sehr spannendes, informatives und lebendiges Referat mit theoretischen und praktischen Blöcken zum Jodelgesang allgemein, der Tongebung und Tonfärbung. Nadja Räss verstand es ausgezeichnet, mit eigenen gesungenen Tonmustern oder Filmen aufzuzeigen, wie und warum die Tongebung- und Färbung einen direkten Zusammenhang mit der gesprochenen Sprache, dem Dialekt und mit der gesamten Mund- und Halsstellung zusammenhängt. Haben sie gewusst, dass die weibliche Stimmlippe eine Länge von durchschnittlich 1 cm, die des Mannes ca. 1,8 bis 2,4 cm beträgt und dass der „Glotisschlag“ nichts mit einer Glocke zu tun hat, sondern bei uns besser bekannt ist als Kehlkopfschlag? Beeindruckend waren die Filmaufnahmen eines Jodlers, bei dem am Institut für Musikmedizin in der Universitätsklinik in Freiburg im Breisgau mittels Minikamera und MRI filmisch aufgezeigt wurde, was im ganzen Mund-, Rachen-, Brust- und Bauchbereich alles passiert, wenn gejodelt wird. Die Jurymitglieder, in der Regel ausgewiesene Chorleiterinnen und Leiter, wurden interaktiv einbezogen, indem alle die verschiedenen Ton- und Körperübungen mitmachten.

Neue Berichterstattung

Stephan Schüpbach erklärt die neue Berichterstattung

Stephan Schüpbach erklärt die neue Berichterstattung (Bild: ZSJV)

Vor der Mittagspause erläuterte Fachkommissionsmitglied Stephan Schüpbach die neue Berichterstattung, wie sie künftig angewendet werden könnte. Diese hat zum Ziel, den Bericht unmittelbar nach dem Fest den Auftretenden abgeben zu können. Einerseits soll der Juryleiter dadurch entlastet werden, indem er nicht nach dem Fest tagelang Berichte verfassen muss. Andererseits werden alle Jurymitglieder in die Pflicht genommen, indem alle ihre Bewertungen in ihren zugewiesenen Sparten begründen müssen. Grundsätzlich war von den Jurymitgliedern Zustimmung spürbar, jedoch wird es noch einige Diskussionen und Anpassungen brauchen, bis das neue System funktionstüchtig ist und angewendet werden kann.

Praktisches Üben

Jurymitglieder bei der Bewertung eines Vortrags

Jurymitglieder bei der Bewertung eines Vortrags (Bild: ZSJV)

Nach dem Mittagessen stellten die Eidgenössischen Obmänner Timo Allemann, Daniel Föhn und Peter Summermatter die Jury-Teams für das kommende Eidgenössische Jodlerfest in Davos zusammen. Mit fünf Vorträgen wurde das praktische Beurteilen am Jurytisch geübt, die Punktegebung von den verschiedenen Jury-Teams transparent gemacht und der jeweilige Vortrag im Plenum diskutiert. Anschliessend hatte das Wort OK-Mitglied Hans Finschi, Leiter des Ressorts Vorträge im Musikkomitee des Eidgenössischen Jodlerfestes. Er stellte den Jurymitgliedern den Festort etwas näher vor und hatte weitere wichtige Informationen zum Ablauf der Juryarbeit. Dann nahmen die einzelnen Jury-Teams die Partituren in Empfang und besprachen die Einsatzpläne. Nach diesem gut organisierten und wertvollen Jurytag sind die Jurymitglieder, bestens gerüstet für das Eidgenössische Jodlerfest in Davos, in alle Gegenden der Schweiz heimgekehrt.

Neue Obfrau im ZSJV

v.l.: abtretender Jury-Obmann Franz Markus Stadelmann, 1. Gesamt-Obfrau ZSJV Bernadette Roos, Juryobmann Emil Wallimann und ZSJV Präsident Richard Huwiler

v.l.: abtretender Jury-Obmann Franz Markus Stadelmann, 1. Gesamt-Obfrau ZSJV Bernadette Roos, Juryobmann Emil Wallimann und ZSJV Präsident Richard Huwiler (Bild: ZSJV)

Vor der Mittagspause rief der Präsident des Zentralschweizerischen Jodlerverbandes, Richard Huwiler, die Jurymitglieder des ZSJV kurz zusammen. Die ZSJV-Jury hat jeweils ein Obmann-Team, in welches alle drei Jahre ein neues Mitglied gewählt wird, während ein Obmann nach jeweils sechs Jahren ausscheidet. Das Obmann-Team besteht zurzeit aus Franz- Markus Stadelmann und Emil Wallimann. Franz-Markus Stadelmann, Luzern, der die Aufgabe nun während sechs Jahren wahrnahm, scheidet turnusgemäss aus. Präsident Richard Huwiler schlug den Jurymitgliedern namens des Vorstandes als neue Obfrau Bernadette Roos, Schüpfheim vor. Bernadette Roos ist seit 1992 Jurymitglied im ZSJV und EJV und auch seit mehreren Jahren Juryleiterin. Die Jurymitglieder stimmten der Nomination einhellig zu. Wir wünschen dem neuen Obfrau/mann-Team viel Glück und Erfolg in der anspruchsvollen Aufgabe.

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