Fyyrä bi dä Tschifeler – 60. ZSJV Jodlerfest Sarnen

Einfach, gemütlich, echt – das 60. Zentralschweizerische Jodlerfest in Sarnen ist Geschichte. Und hat Geschichte geschrieben. Einfach, gemütlich und echt feierten 65’000 Besucher, rund 3500 Aktive nahmen an den Wettvorträgen teil, davon 114 Jodlerklubs – die höchste Beteiligung an Aktiven, die ein Zentralschweizerisches Jodlerfest je zu verzeichnen hatte.

Die Latte für das 60. Zentralschweizerische Jodlerfest war sehr hoch gesetzt, haben doch einige Jodlerinnen und Jodler noch die Stimmung des Eidgenössischen im Jahr 1993 in guter Erinnerung. „Prächtig, einfach nur prächtig“, schwärmt ZSJV-Präsident Richard Huwiler in seiner Festbilanz.

„Die Tschifeler sind prädestiniert solche Feste zu organisieren. Entstanden ist eine in sich stimmige Sache, ein prächtiges Fest, welches das Eidgenössische Jodlerfest 1993 sogar noch übertroffen hat“ (Richard Huwiler, Präsident ZSJV)

OK-Präsident Franz Enderli (Bild: Joel von Moos)

Auch für OK-Präsident und Regierungsrat des Kantons Obwalden, Franz Enderli, ist das Eidgenössische 1993 eine Marke, wie er bei der Festeröffnung erwähnt:

„Dazumals wurde ein Qualitätslevel gesetzt, an dem wir Mass genommen haben. Ich denke, das ist uns gelungen.“ (Franz Enderli, OK-Präsident)

Das lang ersehnte Fest ist hiermit eröffnet.

Niveau der Vorträge: Tendenz steigend

Ein prächtig geschmücktes, mit viel Liebe zum Detail festlich hergerichtetes Jodlerdorf erwartet die Besucher. Bereits am Freitagnachmittag herrscht in den Festbeizen reger Betrieb, am Abend sind die Vortragslokale für die Sparte Jodeln mit Pfarrkirche (800 Plätze), Dreifachhalle (800), Kollegikirche (500), Aula Cher (700)und Doppelhalle Dorfschulhaus (600) bis auf den letzten Platz besetzt.

Alphornplatz Landenberg (Bild: Joel von Moos)

Auch am Samstag sind die Vorträge gut besucht, seit 9 Uhr morgens wird juriert. Die beste Aussicht geniessen dabei die Alphorn- und Büchelbläser, die sich auf dem historischen Schauplatz Landenberg über den Dächern von Sarnen eingefunden haben.

Fahnenschwingen-Wettvortrag (Bild: Joel von Moos)

Auch die Fahnenschwinger haben mit ihrem Lokal in der Vereinshalle Kantonsschule einen Austragungsort gefunden, der mit 250 Besucherplätzen und seiner idealen Lage perfekte Wettbewerbsbedingungen bereithält. Den Bedingungen entsprechend sind auch die Klassierungen der insgesamt 678 Vorträge ausgefallen: „Die Vorträge wurden gerade bei den Chören weiterhin auf einem sehr hohen Niveau geboten“, meint Jurypräsident Richard Huwiler, „Tendenz steigend.“

Kinderchorprojekt „Oh myys liäbs Obwaldnerländli“ (Bild: Joel von Moos)

Uraufführung „Fyyrä bi dä Tschifeler“

Ein besonderes Highlight ist das Kinderchorprojekt „Oh myys liäbs Obwaldnerländli“ vom Samstagmittag: 370 Schülerinnen und Schüler der 1. bis 4. Primarklassen singen und juizen unter der Leitung des Jodlerduetts Geschwister Rohrer bekannte einheimische Volksmelodien – ein Riesenerfolg beim Jodlerpublikum. Eine weitere Besonderheit waren die freien Vorträge in der Alten Turnhalle des Dorfschulhauses, wo 13 Formationen die Möglichkeit einer Plattform für spezielle, experimentelle und unkonventionelle Darbietungen nutzten. Bis tief in die Nacht hinein wurde gefeiert und gesungen, ja sogar beim Festeinzug der Gäste am Sonntagmorgen erfreuten sich noch einige Nachtschwärmer dem Anstimmen von Juizen.

Einzug Festakt (Bild: Joel von Moos)

Musikalisch umrahmt von diversen Jodel- und Alphornvorträgen und bei bestem Wetter wurde der Festakt mit Fahnenübergabe und ökumenischer Andacht zelebriert. Der Höhepunkt des Festakts, die Uraufführung des Festlieds „Fyyrä bi dä Tschifeler“ von André von Moos, wurde von den drei Trägervereinen Jodlerklub Sarnen, dem Obwaldner Trachtenchörli und dem Jodlerklub Echo vom Glaubenberg gemeinsam dargeboten.

Festlied-Darbietung Festakt (Bild: Joel von Moos)

„Äs isch eifach grossartig gsi!“

Einen farbenfrohen Abschluss des 60. Zentralschweizerischen Jodlerfests bildeten am Sonntagnachmittag die 47 Nummern des Umzugs „Bruichtum, Gwärb, Gsellschaft einst und jetzt“, rund 30’000 Besucherinnen und Besucher säumten die Strassen des Sarner Dorfes. Bei einem kleinen Schlussakt um 17 Uhr, wo alle Beteiligten verdankt und das Festlied im Gesamtchor erneut aufgeführt wurde, fasste Franz Enderli die vergangenen drei Tage noch einmal in Worte: „Äs isch eifach grossartig gsi!“, meinte der OK-Präsident. Viele einfache, gemütliche und echte, aber auch wohlklingende, feierliche und vor allem bleibende Erinnerungen – das war „Fyyrä bi dä Tschifeler“.

ZSJV Vorstand im Umzug

ZSJV Vorstand im Umzug (Bild: Joel von Moos)