NEIN zur „No Billag Initiative“

Schweizer Musik: Für die Freunde der Volkskultur und auch für den Eidgenössischen Jodler-Verband wäre die Annahme der Initiative ein herber Schlag. SRF und speziell die „Musikwelle“ ist für unsere heimatliche Volksmusik enorm wichtig. Sie hat weit über 400’000 Hörerinnen und Hörer, sie bringt mehr als 40 Prozent Schweizer Musik. SRF ist ein unverzichtbarer Partner, ist bei vielen eidgenössischen Festen der Volkskultur und des Brauchtums mit Live-Übertragungen und mit Sondersendungen in verschiedenen Regionen dabei. Die „Musikwelle“ ist erfolgreich und kostengünstig.

No Billag = NO SRG = NO SRF. Wenn die Initiative angenommen würde, wäre für viele faktisch Sendeschluss. Es gäbe kein öffentlich-rechtliches und flächendeckendes Radio und Fernsehen mehr in der Schweiz. Auch die Musikwelle würde abgeschafft.

Randregionen nicht mehr berücksichtigt: Die Schaffung eines total liberalisierten Medienmarkts wäre eine Kurzschlusshandlung. «Der Informationsfluss kann bei Kantonen mit geringer Mediendichte nur bedingt durch den Markt gesichert werden.» Diverse Sprachregionen sowie Mehr- und Minderheiten würden weniger oder gar nicht mehr berücksichtig.

Appell an Solidarität: Die SRG ist eine Solidaritätskundgebung der gesamten CH – Bevölkerung   im Medienbereich. „Ich bezahle nur, wenn ich auch selber profitiere“ ist eine unschweizerische Einstellung und wiederspricht grundsätzlich dem Solidaritätsgedanken der CH Bevölkerung, wenn es um die Benachteiligung von Rand- und Sprachregionen sowie Randgruppen geht.

Keine ausgewogenen, tiefe Information mehr: Eine unabhängige, ausgewogene und sachliche Information mit Tiefe, wie sie die SRG bietet, wird «gerade in einer Zeit der Fake News (manipulierte Meldungen / Falschmeldungen), zunehmend wichtiger und steigert die Bedeutsamkeit enorm.

Einflussnahme auf Berichterstattung: Der Begriff «Staatsfernsehen» wird immer wieder verwendet. Würden aber der Staat oder Private übernehmen, wäre die Gefahr der Einflussnahme auf die Berichterstattung gross. Eine Überflutung von Werbeblocks in den privaten Radio- und Fernsehsendungen würde zur Tagesordnung.

Fatales Zeichen für die Demokratie: In Zeiten von Fake News wird der Stellenwert eines unabhängigen, gebührenfinanzierten Mediums besonders deutlich. „Schlechte, falsche und ideologisch geprägte Informationen wären für die Schweizer Demokratie und Gesellschaft fatal

EJV, November 2017

Medienmitteilung No Billag